Unter allen schlechten Optionen, die derzeit auf dem Tisch liegen, ist der Rettungsplan – von Finanzminister Henry Paulson als kurzer Entwurf eingebracht und inzwischen auf 451 Seiten angeschwollen – noch die beste Variante. Vorausgesetzt, das Repräsentantenhaus lässt das Gesetz morgen im zweiten Anlauf passieren – was bleibt dann von dieser Woche hängen?
- Das Bild eines Präsidenten, der das Parlament Tag für Tag anfleht, doch bitteschön endlich die USA zu retten. Der mächigste Mann der Welt, hilflos.
- Der CNN-Splitscreen während der gescheiterten Abstimmung im Repräsentantenhaus am Montag: Auf der linken Bildschirmseite zählen die Nein-Stimmen der Abgeordneten nach oben, auf der rechten Seite fällt der Dow Jones im Sekundentakt in die Tiefe. Und man weiß nicht, wann der Sturz enden wird. Als Zuschauer das Gefühl, dass gerade der Boden unter den Füßen verschwindet. Ähnliches hat New-York-Times-Kolumnist Thomas Friedman empfunden:
Ich habe während meines Lebens nur wenige Male um mein Land gefürchtet: 1962 während der Kuba-Krise; 1963, als John F. Kennedy ermordet wurde; am 11. September 2001; und am Montag, als die Republikaner im Repräsentantenhaus das Rettungspaket abgeschmettert haben.
- Das Gespräch mit einem Mitbewohner, der mich im WG-Flur fragte, welche Bank heute untergegangen sei. „Ein paar, unter anderem Wachovia“, sagte ich. Die Antwort: „Oh Mann, da habe ich mein ganzes Geld.“
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen