Mittwoch, 13. August 2008

The Big Easy

Am Morgen im Café Du Monde. Flucht vor dem hellbraunen Kaffee-Ersatz im Hotel. Das Monde ist zurecht berühmt für café au lait und beignets (eine New-Orleans-Version des doughnot). Das Traditionshaus liegt am Jackson Square, dem Herzen des Französischen Viertels. Blick auf Palmen und die St. Louis Cathedral. Nebenan kann man sogar die New York Times kaufen – eine seltene Gelegenheit in den Südstaaten. Schade nur, dass die Kellnerinnen nicht französisch sprechen. Sie kommen aus Asien. Aber der café au lait schmeckt wirklich wie in der Provence.

Mittags im French Quarter und im Garden District. Postkartenschönheiten. Aber eben Schönheiten.

Diaschau: New Orleans

Abends in der Columns Bar, etwas zurückgesetzt von der St. Charles Avenue. Auf der Frontterrasse sitzt man zwischen weißen Säulen. Die Flaggen der USA, von Louisiana und New Orleans flattern im Wind. Gute Cocktails und vieles zu beobachten. Am linken Nachbartisch ein Treffen von Ehrenamtlichen; die Damen mit sehr langen Fingernägeln und sehr starkem Make-up; Rotwein in sehr kleinen Gläsern auf dem Tisch. Am rechten Nachbartisch Engländer im Fußballtrikot ihrer Nationalmannschaft; Bier aus großen Gläsern; laute Gespräche am Handy.

Rückweg im Streetcar. Nach zwei Haltestellen steigt ein stämmiger Mann ein und ruft durch den ganzen Wagen: „Good evenig, you all.“ Ein Fahrtkartenkontrolleur? Nein. Ein Kabarettist, der mit einer kurzen Stand-up-Einlage für sein Vorstellung wirbt.

An der Endstation versperrt eine Big Band die Straße. Trompete, Saxophon, Posaune, Sousaphon und Schlagzeug. Jedes Stück dauert mindestens zehn Minuten. Jeder darf sein Solo spielen. Jazz ist überall. Sogar im McDonald’s läuft der Basin Street Blues.

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