Sonntag, 19. Oktober 2008

Ironie

Am Nachmittag von der Bibliothek zum Starbucks gelaufen. Vor der Bibliothek steht eine deutsche Familie mit Kamera im Anschlag. „Guck mal, da kommt so ein Student raus“, sagt die Tochter. „So ein Ami, der in Yale studiert. Papa, mach mal ein Foto mit dem vor dem alten Gebäude.“ Ich habe lieber nichts gesagt. Man soll den Leuten ihre Illusionen lassen.

Aber vielleicht schauen sich die Touristen das Foto einmal genauer an und sehen dann, dass ihr amerikanischer Student ein deutsches Buch in der Hand hält. „Der kleine Bruder“, Sven Regeners letzten Band der Lehmann-Trilogie.

So gut wie „Neue Vahr Süd“ ist der jüngste Roman nicht. Man soll aber auch nicht zu viel verlangen. Als ich „Neue Vahr Süd“ gelesen habe, kam meine Mitbewohnerin in das Zimmer, um nachzuschauen, ob es mir noch gut geht. Ich hatte ohne Pause eine Stunde lang laut gelacht.

„Der kleine Bruder“ ist wesentlich subtiler, aber immer noch ein echter Regener. Norddeutsch-verwaschen und mit heruntergekühltem Humor. Die beiden Adjektive waren jetzt übrigens aus Edo Reents’ phantastischer Rezension in der FAZ geklaut.

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