Dienstag, 21. Oktober 2008

Erleichterung (ein bisschen zumindest)

Wenn über die Kreditkrise berichtet wird, fällt der Blick fast immer auf die Aktienkurse. Merkwürdig. Das ist so, als wolle man ein Fußballspiel beurteilen, würde aber nur die Reaktion der Zuschauer mitbekommen.

Denn im Kern dieser Krise geht es um den Kreditfluss, also die Bereitschaft der Banken, sich untereinander Geld auszuleihen und Kredite an ihre Kunden zu vergeben. Die Aktienkurse spiegeln nur die Reaktion der Investoren auf die Veränderungen im Kreditmarkt.

Und wie geht es dem Kreditmarkt? Noch nicht gut, aber es war schon mal schlechter. Eine zuverlässige Kennzahl für das Misstrauen der Banken untereinander ist der TED-Spread. Er gibt an, welchen Zinsaufschlag die Banken im Vergleich zur US-Regierung zahlen müssen, um an Kredite zu kommen (Hintergrund aus dem Blog-Archiv). Vor rund zwei Wochen lag der Spread noch über 4 Prozent; heute sind es nur noch 2,6 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers im September.

Ein guter Zeitpunkt, um wieder Bankaktien zu kaufen? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Im Englischen gibt es die Redewendung picking up nickels in front of a steamroller. Und diese Gefahr besteht weiterhin: dass man von einer Dampfwalze überrollt wird, während man ein paar Centstücke von der Straße aufheben will.

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