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Donnerstag, 27. November 2008

Happy Thanksgiving!

Dienstag, 25. November 2008

Zurück in den Südstaaten

Über die Thanksgiving-Woche zu Besuch bei Verwandten in Georgia. Am Sonntagabend Flug nach Atlanta. Aus der Dunkelheit taucht die Stadt als heller Fleck auf: dicht besiedelte Wohnviertel, Straßen im Schachbrettmuster. Ringsum ein vollkommen anderes Bild: bis zum Horizont Häuser in weitem Abstand, einsame Lichtpunkte im Dunkel, verbunden durch geschwungene Straßen. Wie Fangarme liegen die Vororte um den Kern von Atlanta. Nur rund 500.000 Menschen wohnen in der eigentlichen Stadt, aber mehr als 5 Millionen in der metropolitan area.

Wenige Stunden später für Bob Shillers Vorlesung eine Studie gelesen zur Frage: Warum wächst seit 1995 die Produktivität in den USA schneller als in Europa? Als wichtigen Grund nennt der Autor Robert Gordon die riesigen US-Einkaufsmeilen auf der grünen Wiese mit ihren ausufernden Parkplätzen, auf denen die Autos der Vorort-Bewohner stehen. Der amerikanische Städtebau ermögliche dem Handel die effizienten Riesenformate. Mit Blick auf den Verlust von Urbanität, die langen Wege und den hohen Benzinverbrauch merkt Gordon an, dass der amerikanische Städtebau vielleicht auch negative Nebenwirkungen habe. Vielleicht?

Am Montag zum Mittagessen in der Grundschule meines Patenkindes. Am Eingang muss man den Personalausweis zeigen, wird fotografiert und bekommt einen Besucherausweis. Beim Verlassen der Schule wird der Strichcode auf dem Besucherausweis gescant, ehe man wieder ins Freie kommt. 

Als ich im Frühjahr auf einer Pressekonferenz im Kernkraftwerk Neckarwestheim war, gab es laxere Sicherheitsvorschriften.

Freitag, 15. August 2008

Southern Belle

Rundgang durch Savannah. Ernüchternder Start: Der Hafen ist vollkommen entstellt. An der Historic Waterfront entlang ziehen sich nur noch Billigrestaurants und Souvenirläden. Doch nicht einmal 20 Meter hinter dem Hafen zeigt Savannah sein schönes Gesicht. Eine elegante Börse erinnert an den Baumwollhandel, der Savannah reich werden ließ – so reich, dass ein Geschäftsmann dem Rathaus eine goldene Kuppel spendieren konnte.

Savannah wurde 1733 als erste Stadt Georgias gegründet. Der englische General James Oglethorpe entwarf die Stadt auf dem Reißbrett; alle Straßen treffen im rechten Winkel aufeinander. Das klingt langweilig. Doch 21 kleine Parks, über die ganze Altstadt verstreut, reißen die eintönige Ordnung auf. Das Raster ist kein Korsett, sondern Grundlage für Kreativität – übrigens genau wie in der Typographie.

Durch ganz Savannah zieht sich ein konsequenter Gestaltungswille. Die Stadtpalais aus dem 18. und 19. Jahrhundert fügen sich zu einem Ganzen; kein Haus will den Nachbarn übertrumpfen. Savannah erfüllt als Stadt das Idealbild, das man früher im Süden von Frauen pflegte: schön, zurückhaltend, elegant. Eine southern belle. In Savannah passen sich selbst die Kirchen in die gleichmäßigen Dimensionen ein – mit Ausnahme der Cathedral of St. John the Baptist. Aber so viel Platz muss eine Kathedrale schon in Anspruch nehmen.

Ein Glanzpunkt am Südrand der Altstadt ist der Forsyth Park mit seinem viktorianischen Brunnen im Zentrum.



Neben dem Brunnen verkauft ein Schwarzer Herzen, die er aus Palmenblättern geflochten hat. Seit 15 Tagen ist er obdachlos. Und zornig. „Gott hasst dieses Land, er hasst uns alle“, sagt der Schwarze. „Schau dir nur Hurrikan Katrina an. Was bauen wir Amerikaner als erstes wieder auf? Das Casino. Wenn wir so weitermachen, kommt der nächse Hurrikan bestimmt.“

Sonntag, 10. August 2008

Suburb

Ein Vorort von Atlanta. Zum Starten der Diaschau auf das Foto klicken.

Suburb

Samstag, 9. August 2008

Coke und CNN

Abstecher nach Atlanta. Im Stadtzentrum gruppieren sich die Hochhäuser des CNN-Hauptquartiers um einen überdachten Platz. Überall das Senderlogo und stars and stripes.



Die Inside CNN tour beginnt – nach dem obligatorischen security check – mit einer Fahrt auf der längsten Rolltreppe der Welt (rechts im Bild). Anschließend ein nachgebildeter Regieraum, in dem gerade Live-Bilder aus Georgien einlaufen. Erstaunlich: Über Lautsprecher kann man die Gespräche in der CNN-Regie mithören.

Es folgt ein wenig Volksbelustigung mit blue screen und Teleprompter – erstaunlich, welche Überraschung diese Uralt-Tricks noch heute hervorrufen.

Nach rund dreißig Minuten Führung das Highlight: ein Blick in den zentralen Newsroom von CNN, wie man ihn im Hintergrund der Nachrichtensendungen sieht.



Hier gibt es keine Tricks. Der Moderationstisch des news anchor steht tatsächlich im Newsroom; nicht einmal eine Glasscheibe trennt den Moderator von den Redakteuren.

Trotz Olympia und Georgien-Konflikt ist von Hektik nichts zu sehen. Am Rand des Newsrooms sitzen die news gatherer. Eine Redakteurin liest in aller Ruhe die Financial Times. So ganz tot scheinen die Printmedien selbst bei CNN noch nicht zu sein.

Nach einer knappen Stunde Studio-Tour geht es quer über den Centennial Olympia Park zur World of Coca Cola. Hier gibt es einen anderen Weltmarktführer aus Atlanta zu bestaunen. Der Weg in das Coke-Museum führt durch penible Sicherheitskontrollen. Bei CNN konnte man die Angst vor Eindringlingen noch verstehen – aber hier? Die amerikanischen Besucher jedenfalls nehmen es ohne Murren.

Die World of Coca Cola ist geschickte Werbung. Eine Coke-Produktionslinie, ein historischer Rundgang, eine Ausstellung über Coca Cola in der Kunst – das alles ist professionell aufgezogen. Im letzten Raum gibt es Coca-Cola-Produkte aus aller Welt zu probieren. Für deutsche Geschmacksnerven sind viele soft drinks aus Asien und Afrika mehr als gewöhnungsbedürftig. Unglaublich, wie viel Zucker sich in ein einziges Glas Limonade pressen lässt.

Mittwoch, 6. August 2008

Zu Besuch bei Verwandten

Eine Familie mit vier Kindern. Die Mutter kommt aus Deutschland, der Vater aus den USA. Die Kinder wachsen zweisprachig auf. Das Ergebnis: Babylon am Esstisch – aber nur beim ersten Hinhören. Erstaunlicherweise wissen die Kleinen nämlich genau, mit wem sie in welcher Sprache zu reden haben. Nur ich komme immer wieder durcheinander.

Am Vormittag in der Bank of America, um die obligatorische US-Kreditkarte zu beantragen. Dank der permanent address meiner Verwandten lief alles wunderbar. Am aufwändigsten gestaltete sich die Auswahl des richtigen Kreditkarten-Designs. Zur Wahl standen Bilder von Football-Mannschaften, Tieren, Autos ... Ich habe mich für folgendes Motiv entschieden:


Wenn schon Amerika, dann auch richtig. Passend dazu: Die Bürokratie-Rallye (Bank, T-Mobile-Filiale, Social Security Office) heute im SUV auf den breiten, geraden Straßen von Georgia zurückgelegt; am Mittag im drive-through von Burger King. Das Klischee lebt.