Mittwoch, 17. September 2008

Propaganda

Manchmal fühlt man sich wie ein Darsteller im Yale-Werbefilm. Heute Vormittag zwei tolle Vorlesungen bei Bob Shiller und Don Andrews. Am Mittag zum Cowles Foundation Lunch (kostenlos) mit Eddie Dekel von der Northwestern University. Dann auf dem Old Campus die Krisenberichterstattung im Wirtschaftsteil der New York Times (liegt kostenlos aus) gelesen. Schwimmen gegangen im Yale-Sportzentrum (kostenlos). Anschließend die „Subprime Solution“ von Bob Shiller zu Ende gelesen – im altehrwürdigen Historiker-Lesesaal der Sterling Memorial Library.



So lässt es sich doch studieren.

Der Cowles Foundation Lunch ist übrigens nur eine von unzähligen Vortragsreihen an der VWL-Fakultät. Beinahe jeden Tag sind Professoren anderer Unis zu Gast. Fast immer zur Mittagszeit – das Essen gibt es für die Zuhörer kostenlos. Ein ungewohntes Bild, wenn ein Gastprofessor hochkonzentriert über seinen neuesten Aufsatz zur Entscheidungstheorie referiert, während seine Zuhörer genüsslich Sandwiches und Krabbensalat essen. 

Aber das Anreizsystem ist geschickt: Mit dem kostenlosen Mittagessen lockt man Studenten auch in Vorträge zu entlegeneren Themen. Volkswirte wussten schon immer: There is no such thing as a free lunch.

Das gemeinsame Essen beim Cowles Foundation Lunch passt zum Geist der Uni. Studieren ist in Yale eine tagesfüllende Beschäftigung. Entsprechend wichtig ist Soziales: Die graduate students essen zusammen im Speisesaal der Graduiertenschule und haben ein gemeinsames großes Wohnzimmer, das McDougal Center. In der VWL-Fakultät gibt es einen großen Aufenthaltsraum. In den Bibliotheken stehen Sofas und Sessel. 

Ob man irgendwann Lagerkoller bekommt? Nach zwei Wochen jedenfalls noch nicht.

1 Kommentar:

Wolfgang hat gesagt…

Das nenn ich mal ne Uni... das Zeug aus unserer Mensa in Deutschland würde ich - zum Teil - nicht einmal umsonst essen ;)