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Samstag, 22. November 2008

Verloren

The Game is over. Die Bilanz des Spieltags: Harvard hat Yale mit 10 zu 0 geschlagen und im Stadion war es unfassbar kalt (laut weather.com minus 4 Grad und schneidender Wind). Spaß gemacht hat es trotzdem.

Freitag, 21. November 2008

Playboy, Peter Pan und Martin Niemöller

Busfahrt nach Boston. Beim Warten vor der Abfahrt komme ich mit einem Amerikaner ins Gespräch, der in den achtziger Jahren als GI in Schwäbisch Gmünd stationiert war. Er spricht noch hervorragend Deutsch und erzählt mir, dass er einmal im Monat nach New York fährt, um in einer deutschen Kneipe Dinkelacker vom Fass zu trinken. Dann zieht er den Playboy aus seinem Rucksack und zeigt mir stolz die deutschen Sprechblasen, die er den Fotomodellen an den Mund geschrieben hat. Begegnungen in Amerika.

Im Peter-Pan-Prekariats-Bus nach Norden. Unter den Reisenden ein halbes Dutzend Yalies, die schon frühzeitig zum Footballspiel gegen Harvard fahren. Wie durch Zauberhand sitzen die Studenten alle im gleichen Teil des Busses. Fast alle tragen die inoffizielle Yale-Ausgehuniform: beige Hose, Polohemd, Pulli. Was machen Yalies während der Fahrt? Auf dem Blackberry oder dem iPhone herumtippen, New York Times lesen, über die besten Streiche gegen Harvard reden,  vor allem aber Literatur für ihre Kurse lesen. Ringsum sitzen die anderen Reisenden: Trainingsanzug statt Ausgehuniform, die krawallige New York Post statt der seriösen New York Times. Sofort fährt um die Yalies herum eine unsichtbare Mauer hoch.

Am Morgen noch auf Spiegel Online gelesen, dass ein Reiseblogger das Rathaus von Boston zum hässlichsten Gebäude der Welt gewählt hat. Nachmittags an dem Betonklotz vorbeigelaufen. Die Meinung kann man schon teilen. Dafür hinter dem Rathaus ein Gedenkstein mit einem Zitat von Martin Niemöller, der prägenden Gestalt meiner hessischen Landeskirche:
Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Indian Summer – jetzt aber wirklich

Die Luft ist vollkommen still und alles verharrt in Ruhe, als müsse sich die Natur nach ihren Anstrengungen während des Sommers erst einmal ausruhen.
John Bradbury, amerikanischer Schriftsteller, 1817
Es sind nur wenige Tage, an denen sich in Neuengland das Laub am intensivsten färbt und die Wälder in Flammen zu stehen scheinen. Tage zwischen den Jahreszeiten. Der Indian Summer.

Am Donnerstag mit einem Mietwagen durch die Litchfield Hills im Norden von Connecticut. Von Litchfield, einem hübschen Neuengland-Städtchen, über den Waramaug-See zum Wasserfall des Housatonic-Flusses bei Kent. Am Nachmittag im westlichen Massachusetts den Mohawk Trail Drive entlang. Und überall Farben so intensiv, wie ich sie noch nie gesehen habe.


PS. Hier gibt es die Fotos im Großformat zu sehen.
Update: Dort bloggt Benni über unseren gemeinsamen Ausflug.