Auf den zweiten Blick kann man wunderbar sehen, wie meisterhaft McCain die Klaviatur des Populismus spielt:
- Zu überflüssigen Staatsausgaben: „Wir haben 3 Millionen Dollar ausgegeben, um die DNA der Bären in Montana zu untersuchen.“ Leider lässt sich der Sinn von Grundlagenforschung nicht mit der gleichen Schlichtheit erklären, mit der McCain seine Stammtischparole anbringt.
- Wenn es um Millionen und Milliarden geht, fehlt beinahe allen Zuschauern die Dimension. Also kann McCain die jährlichen 16,5 Milliarden Dollar (11,4 Milliarden Euro) für die Lieblingsprojekte einzelner Senatoren als ungeheuere Verschwendung darstellen. Bei 300 Millionen Amerikanern bedeutet diese Summe aber gerade einmal 55 Dollar (38 Euro) pro Kopf. Keine Zahl, mit der sich Wähler mobilisieren lassen.
- Die USA haben McCain zufolge den weltweit zweithöchsten Steuersatz für Unternehmen. Also würden sich Unternehmen lieber im Ausland ansiedeln, folgert der Republikaner. Diese Argumentation steht auf zwei tönernen Füßen: Zum einen ist der Vergleich von Steuersätzen sinnlos, wenn man die Steuerbasis nicht benennt: 35 Prozent wovon? Tatsächlich ist die Steuerbasis in den USA dank vieler Schlupflöcher vergleichsweise schmal. Zum anderen ist der Steuersatz für Unternehmen nur eines unter vielen Argumenten bei der Standortwahl. Besitzt ein Land eine gute Infrastruktur und ein funktionierendes Finanzsystem, kann es problemlos höhere Steuersätze verlangen. Aber über ein funktionierendes Finanzsystem wollen wir in den USA derzeit lieber nicht sprechen.
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