Donnerstag, 11. September 2008

Gedächtnislücke

Während der Gedenkminuten für die Opfer des 11. September habe ich die Elastizität der Arbeitsnachfrage bei drei Produktionsfaktoren berechnet. Mein Arbeitsmarkt-Kurs lief wie an jedem anderen Donnerstag.

Überhaupt spürt man auf dem Campus wenig vom Jahrestag der Terroranschläge. Gesprächsthema im Speisesaal ist eher die neueste Bankenkrise. Allein die Uni-Kirche erinnert an den 11. September: Schweigend gehen dort Studenten durch ein Labyrinth. Mehr ist nicht.

In der New York Times viele Anzeigen mit nur wenigen Wörtern auf weißem Hintergrund: „In Erinnerung“ (Chanel) oder „Ein Tag des Erinnerns und Nachdenkens“ (Tiffany). Auf Seite 18 eine Anzeige der Investmentfirma Alger, die am 11. September mehr als 30 Mitarbeiter verloren hat: „In Erinnerung an die Opfer des 11. September 2001.“ Daneben eine Anzeige mit dem Slogan: „Erwarten Sie mehr.“ Im Kleingedruckten geht es um die Vorzüge einer Reha-Klinik.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

super Überschrift! Ist die von Frau Jolmes? ;)