Der Princeton-Ökonom Paul Krugman schreibt sich heute in der New York Times den ganzen Ekel von der Seele. Auszüge aus seiner lesenswerten Kolumne:
Die Lügen des Bush-Wahlkampfs im Jahr 2000 waren kunstvoll – man musste rechnen können, um zu verstehen, dass man betrogen wurde. In diesem Jahr jedoch wiederholt McCains Kampagne immer und immer wieder Behauptungen, die jeder Internet-Benutzer in einer Minute widerlegen kann.Warum glauben McCains Berater, dass sie mit diesem Vorgehen durchkommen? Nun, vielleicht zählen sie auf die Journalisten, die unter allen Umständen „ausgewogen“ berichten wollen. Man weiß, was das bedeutet: Falls ein Politiker sagt, dass schwarz nicht schwarz, sondern weiß ist, dann berichten die Medien nicht, dass der Politiker lügt, sondern dass „einige Demokraten sagen“, dass der Politiker lügt. Oder eine groteske Lüge der einen Seite wird verbunden mit einer trivialen Fehlbehauptung der anderen Seite, sodass der Eindruck entsteht, beide Seiten seien gleichermaßen verlogen. Vielleicht zählen McCains Berater auch auf das „horse-race reporting“. Aus der Geschichte „McCains Team lügt“ wird dann: „Obama nach Angriffen in der Defensive“.Obamas Team ist auf der falschen Fährte, wenn es behauptet, dass eine Regierung McCain/Palin nur eine Fortsetzung von Bush/Cheney wäre. Falls der Wahlkampf von John McCain und Sarah Palin die richtige Vorahnung gibt, wäre die neue Regierung noch viel, viel schlimmer.
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