Donnerstag, 8. Januar 2009

Im Tal des Todes

Nach Hunderten Kilometern durch die Wüste von Arizona und Nevada am Dienstag zurück nach Kalifornien, in die heißeste Wüste der USA, das Death Valley. Tatsächlich ist das Tal des Todes noch trockener, noch wärmer (selbst im Januar sind es 20 Grad) und noch lebensfeindlicher als die Wüsten ringsum. Aber auch schöner. An der Artist’s Palette färben Mineralien die Berge in Pastelltönen; am Devil’s Golfcourse wird der Boden von bizarren Salzkristallen geformt; im engen Mosaik Canyon fühlt man sich wie im Western kurz vor dem Indianerüberfall.



Was man zuvor auch alles über Wüsten gelesen hat – der Eindruck im Death Valley ist überwältigend. Selbst im Januar, dem kältesten Monat im Tal des Todes, kommt man ins Schwitzen. Der Boden macht das Laufen fast unmöglich, mal mit spitzen Steinen, mal mit feinkörnigem Sand. Eine riesige Freude, am Abend die Oase Furnace Creek mit ihren Palmen zu sehen – das erste Grün des Tages.

Das Death Valley ist schön und gefährlich zugleich. Was sollte in der Wüste auf keinen Fall passieren? Ein platter Reifen. So geschehen am Mittwoch um 14 Uhr. Mit dem Ersatzreifen 70 Kilometer bis zur nächsten Werkstatt geschlichen. In Lone Pine, einem kleinen Städtchen am Wüstenrand, das nach zwei Tagen im Death Valley wie eine Metropole wirkt, einen Automechaniker gefunden. In 15 Minuten ist der Reifen auf wundersame Weise mit antiken Werkzeugen repariert. Es kann weitergehen in das 550 Kilometer entfernte Merced am Fuß des Yosemite National Park.

Ein surrealer Tag. Erst der Reifenplatzer in der Wüste. Dann auf dem Weg nach Lone Pine Kampfflugzeuge von einem nahen Militärgelände im Tiefflug über dem Auto. Schließlich auf dem Weg nach Merced in der Sierra Nevada plötzlich undurchdringlicher Nebel auf der Autobahn, der so schnell wieder verschwindet wie er gekommen ist. Zeit für einen ruhigeren Tag.

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