Seit einer Woche zurück in Deutschland. Die Polizei ist auf einmal blau, die Menschen haben eine staatliche Identifikationsnummer verpasst bekommen und in meinem Heimatdorf ist ein weiteres Fachwerkhaus den plötzlichen Verputztod gestorben.
Ansonsten alles beim Alten. Man gewöhnt sich erstaunlich schnell daran, vor dem Anfahren wieder die Kupplung statt der Bremse zu treten und bei Mini-Einkäufen die Kreditkarte stecken zu lassen. Was auch nach einer Woche noch fehlt: der amerikanische Optimismus, die Freundlichkeit im Alltag.
Abends vor der Neuen Aula für einen Augenblick der Gedanke: Könnte man eine Uni wie Tübingen eigentlich zum deutschen Yale verwandeln? Die Voraussetzungen stimmen: Tradition, große Namen wie Hans Küng und Walter Jens, Nobelpreise, eine gute Bibliothek – alles ist da. Was noch fehlt: die Studentenzahl halbieren, die Zahl der Professuren verfünffachen, die Mittel der Bibliothek verdoppeln, für alle Bachelor-Studenten residential colleges bauen (mit dem Tübinger Stift gibt es ja schon ein hausgemachtes Vorbild) und einige Rieseninvestitionen mehr.
Kurzes Gedankenexperiment: Dieser Vorschlag geht in den Haushaltsausschuss des Landtages.
Nein, Yale kann man nicht klonen.
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