Das Läster-Thema heute in der VWL-Fakultät: Myron Scholes hat seinen zweiten Hedgefonds an die Wand gefahren. Nun gut, das passiert gerade einigen Geldmanagern. Aber Scholes ist ein Sonderfall, hat er doch 1997 den Wirtschafts-Nobelpreis für seine Finanzmarkt-Forschung gewonnen.
Scholes gehörte in den neunziger Jahren zu den Gründern des Hedgefonds Long Term Capital Management (LTCM), der jahrelang spektakuläre Erfolge feierte – bis das Geschäftsmodell in der Russlandkrise 1998 zusammenbrach. 4 Milliarden Dollar standen damals auf dem Spiel, es gab Krisensitzungen an der Wall Street und Angst vor einem weltweiten Zusammenbruch des Finanzsystems.
Nun hat es Scholes’ neuen Hedgefonds Platinum Grove Asset Management erwischt. In der ersten Oktoberhälfte verlor der Fonds fast ein Drittel seines Wertes; was an Mitteln noch übrig blieb, wurde inzwischen eingefroren. Diesmal stehen rund 5 Milliarden Dollar auf dem Spiel –und niemand nimmt davon Notiz.
Die Nachricht über das Aus für Platinum Grove stammt vom vergangenen Freitag, spricht sich aber erst langsam herum. Spiegel Online beispielsweise hat bislang mit keinem einzigen Wort berichtet. Es müssen wirklich harte Zeiten sein, wenn ein Hedgefonds-Crash von 5 Milliarden Dollar schon niemanden mehr schockiert.
Machen wir langsam wieder unseren Job…
vor 9 Jahren
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