Montag, 3. November 2008

Praktische Intelligenz (oder ihr Fehlen)

Ein paar Szenen aus dem Uni-Alltag:
  • Zwei Yalies haben gerade ihre letzte Zwischenklausur geschrieben. Nach all dem Statistik-Lernen wollen sie etwas ganz anderes als Zahlen sehen und laufen zur Kunstgalerie. Einmal quer den Campus. Leider ist Montag. Und montags haben auch in Amerika die Museen geschlossen.
  • Im prächtigen Speisesaal der Graduertenschule, Architektur wie aus einem Harry-Potter-Film. Ein Yalie stellt sich liebevoll seinen Salatteller zusammen, holt sich Suppe, in die er Croutons und Pistazienkerne streut. Er sitzt sich an einen Tisch und steht sofort wieder auf. Mit Besteck lässt es sich besser essen als ohne.
  • Ein Yalie will auf keinen Fall zu spät zur Klausur um 8.30 Uhr kommen. Ausnahmsweise also mit dem Bus fahren. Grüne Linie, kein Problem. Am Abend zuvor sucht er den Fahrplan heraus, morgens wartet er pünktlich an der Haltestelle. Nach vier Stationen wundert sich der Yalie, warum sein Bus in Richtung Uni-Klinik fährt und nicht zum Campus. Dann sieht er an der Bustür ein oranges Schild mit der Aufschrift: „Orange Line.“ An der grünen Linie klebt wohl ein grünes Schild. Hätte man im Kindergarten mal besser aufgepasst!
  • Eine Yale-Studentin aus Deutschland wollte ihren Geburtstag am vergangenen Mittwoch schon zur deutschen Mitternacht feiern. Also öffnete sie am amerikanischen Dienstag um 18 Uhr eine Flasche Sekt. Leider war es da in Deutschland erst 23 Uhr. Deutschland hatte nämlich schon auf Winterzeit umgestellt. Amerika noch nicht.
Man weiß ja nicht genau, wie hier die Studenten ausgewählt werden. Aber so viel ist sicher: Nach praktischer Intelligenz geht es jedenfalls nicht.

PS. Es bleibt dem geneigten Leser überlassen, die einzelnen Beispiele nach autobiographischen Bezügen des Verfassers zu untersuchen.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Liebevolles Detail mit den Pistazienkernen, sehr schön ;-)

Anonym hat gesagt…

Also die deutsche Studentin scheint ja chaotisch zu sein...