Montag, 1. Dezember 2008

Lebenshilfe im Juristenbus

Vor der Juristen-Bibliothek fährt nachts ein kostenloser Kleinbus ab und bringt die Studenten vor ihre Haustür. Beim Einsteigen muss ich nur noch „Hi, how are you“ sagen. Meine Adresse kennt der Busfahrer längst auswendig – genauso wie die Ziele aller anderen Studenten, die regelmäßig in der Juristen-Bibliothek lernen.

Für viele Yalies scheint der rund 60-jährige Busfahrer der einzige Kontakt außerhalb der Uni-Welt zu sein. Anders ist kaum zu erklären, wie oft sich Studenten bei ihm das Herz ausschütten. Etliche Beziehungsprobleme und Lernblockaden musste ich auf diesem Weg schon mithören. Heute klagte eine Studentin, wie schwer es sei, ihre Geburtstagsfeier zu organisieren: „Ich will nicht, dass die Leute auf der Feier unter dem Druck sind, später noch mal in die Bibliothek zu müssen. Deshalb beginnt meine Party jetzt um 23 Uhr. Um Mitternacht ist der Geburtstag dann ja auch schon vorbei.“

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