Samstag, 27. Dezember 2008

Eine unmögliche Zeitschrift

Diese Zeitschrift macht alles falsch. Sie bringt furchtbar lange Texte über entlegene Themen, gern über die Innenpolitik afrikanischer Kleinstaaten. Es gibt überhaupt keine Fotos. In den Textwüsten verstecken sich stattdessen Karikaturen, die mit den Artikel nichts zu tun haben. Das Magazin beginnt nicht mit einer atemberaubenden Bildstrecke, sondern mit klein gedruckten Kulturterminen. 

Und doch ist der New Yorker die beste Zeitschrift der Welt. Man muss sich nur die aktuelle Weihnachtsausgabe ansehen. Ein großartiges Cover mit dem Gemäde „Minimal Christmas“ von Bob Staake im Stil Piet Mondrians. 



Im Innenteil ein bissiger Politik-Kommentar von Hendrik Hertzberg, einfallsreiche Feuilletons wie Lauren Collins Notizen zur Einkaufstauschenmode in der Wirtschaftskrise, großartige Kurzgeschichten wie „Another Manhattan“ von Donald Antrim. 

Was will man mehr?

Keine Kommentare: