Donnerstag, 28. August 2008

Welcome to Yale

Immatrikulationsfeier an der Graduiertenschule. Eine große Vorstellung. Viele Kommilitonen aus den USA haben ihre gesamte Familie mitgebracht. Der Tag beginnt um 8.30 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück im courtyard, der verblüffend an den Innenhof von Hogwarts erinnert, wie man ihn aus den Harry-Potter-Filmen kennt. Das Frühstück ist für amerikanische Verhältnisse opulent. Es gibt sogar Obst und guten Kaffee. Man isst freilich – wie auch in amerikanischen Hotels – von Plastiktellern. Um 9.15 Uhr wird das Buffet abgeräumt; eine Mitarbeiterin der Uni-Verwaltung stellt Studenten und Gäste in einer langen Reihe auf. Auszug in Richtung Sprague Hall – vorbei an der Juristenbibliothek, in der sich einst Bill und Hillary Clinton kennengelernt haben.

In der Sprague Hall die eigentliche Immatrikulationsfeier. Rund 400 neue graduate students aus mehr als 50 Ländern stehen auf, als das Professorenkollegium in wehenden Talaren in den Saal einzieht. Fast wie in der Kirche. Uni-Präsident Richard Levin und der Chef der Graduiertenschule, Jon Butler, halten die Festreden. Zwei amerikanische Professoren wie aus dem Bilderbuch: Renommiert in ihrer Disziplin, jovial im Umgangston, ohne Scheu vor pathetischen Reden.

Diaschau: Immatrikulationsfeier

Um 10.30 setzt sich der Festzug wieder in Bewegung – diesmal zur Amtsvilla von Richard Levin. Auf dem Weg zum Uni-Präsidenten sperren Polizisten die Straße ab. Im Garten der Präsidenten-Villa begrüßen Levin und Butler jeden neuen Studenten mit Handschlag. Eintrag in das Matrikelbuch. Nach einem kurzen Imbiss im penibel gepflegten Garten zurück in die Graduiertenschule. Picknick im Hogwarts-Hof. Anschließend Einführung in die Uni-Strukturen. Noch komplizierter als in Tübingen. Knochtrockene Referate. Wenigstens ist der Raum schön mit Holz getäfelt.

Nachmittags eine Informationsmesse im Innenhof: Studentengruppen stellen sich vor. Es gibt einen Uni-Bauernhof, mindestens zehn Chöre, eine Initiative für sicheres Autofahren, einen Verband der chinesischen Studenten, einen Shabbat-Kreis für Graduierte. Am Abend noch eine Theateraufführung im Stadtpark. Gleich starten die Busse.

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