Das Fremdeln nimmt von Tag zu Tag ab. Wahrscheinlich, weil ich inzwischen formal ein echter Yalie geworden bin – mit Studentenausweis und E-Mail-Adresse. Mehr noch, weil man schnell Anschluss findet. Jeden Tag stehen mindestens drei Einführungsangebote wie Bibliotheksführung oder Uni-Gottesdienst auf der Agenda.
Die erste Nacht an der Elite-Universität habe ich auf dem Fußboden geschlafen. Aus den vollmundigen Versprechungen der Austauschbetreuer, sich um eine vorübergehende Bleibe zu kümmern, wurde nämlich nichts. Merke: „Ich kümmere mich darum“ ist in Amerika mitunter nur eine Erklärung guten Willens.
Für die erste Nacht kam ich in einer Spontan-WG mit zwei weiteren Exil-Tübingern unter; am Wochenende konnte ich schon meine Wohnung im Studentenviertel East Rock beziehen. Craigslist sei gelobt! Seit Samstag habe ich nun eine Matratze, seit einem Ikea-Ausflug am Sonntag („Ladenschlussgesetz“ ist ein deutsches Wort) sogar eine Bettdecke. Es geht voran.
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